Neuigkeiten vom Fachgebiet Migrations- und Bildungssoziologie - Neuer Artikel von Dr. Fatih Kaya

In seinem Beitrag entwickelt Dr. Fatih Kaya Fragilität als ambiges Verhältniskonzept und rekonstruiert auf praxeologischer Grundlage den Habitus der Fragilität im transmigrationssoziologischen Kontext. Ausgehend von einer etymologischen und sozialtheoretischen Neubestimmung wird Fragilität nicht ausschließlich als Ausdruck von Verletzbarkeit verstanden, sondern als relationale Struktur, die gleichermaßen destruktive wie produktive Potenziale umfasst. Im Anschluss an Pierre Bourdieus Habituskonzept sowie Rahel Jaeggis Entfremdungstheorie wird gezeigt, wie rassistische und andere soziale Gewalterfahrungen fragile Subjektivierungsprozesse hervorbringen, diese jedoch zugleich Bedingungen ihrer reflexiven Transformation eröffnen können. Empirische Grundlage bildet eine qualitativ-rekonstruktive Studie zu transmigrantischen Bildungs- und Migrationsbiographien, ausgewertet mit der dokumentarischen Methode. Die Analyse rekonstruiert, wie sich destruktive Fragilität zunächst in Identitätskrisen, Zugehörigkeitskonflikten und transnationalen Fluchtbewegungen artikuliert, bevor sie im Verlauf biographischer Reflexionsprozesse zu einer Ressource produktiver Selbstverhältnisse transformiert wird. Mit dem Konzept des Habitus der Fragilität schlägt der Beitrag eine theoretische Perspektive vor, die Fragilität als dynamisches Ambiguitätsverhältnis zwischen Verletzbarkeit, Handlungsmacht und Subjektivierung fasst. Link zur Publikation



