Neuigkeiten vom Fachgebiet Migrations- und Bildungssoziologie – Neuer Artikel von Paul Schreiber und Aladin El-Mafaalani

In einem neuen Beitrag in Frontiers in Sociology entwickelt Paul Schreiber gemeinsam mit Aladin El-Mafaalani eine alternative Perspektive auf diese Zusammenhänge. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Verwaltungsverflechtung überhaupt als Forschungsgegenstand sichtbar wird.
Auf Grundlage der Systemtheorie Niklas Luhmanns rekonstruiert der Beitrag unterschiedliche wissenschaftliche Beobachtungsweisen von Verwaltungsverflechtung. Dabei zeigt sich, dass dieselben empirischen Strukturen je nach theoretischer Perspektive unterschiedlich erscheinen: Während akteurzentrierte Ansätze vor allem Koordinationsprobleme und Steuerungsdefizite beobachten, rückt eine systemtheoretische Perspektive die Verarbeitung gesellschaftlicher Komplexität in den Mittelpunkt.
Der Beitrag argumentiert, dass Verwaltungsverflechtungen nicht einfach objektiv gegebene Probleme darstellen. Vielmehr entstehen wissenschaftliche Diagnosen und Reformvorschläge aus den theoretischen Unterscheidungen, mit denen Verwaltung beobachtet wird. Dadurch wird Verwaltungsverflechtung nicht nur als empirisches Phänomen, sondern auch als Ergebnis wissenschaftlicher Beobachtung analysierbar.
Die Publikation ist in der Rubrik Sociological Theory von Frontiers in Sociology in dem Research Topic: Building on Luhmann: Advances in Systems-Theoretical Observation and Application erschienen und verbindet verwaltungswissenschaftliche Forschung mit systemtheoretischen Ansätzen der Soziologie.




